SPD will Verbesserungen für Testungen in Kitas / „Gesundheit der Kinder hat höchste Priorität

Die Idsteiner SPD-Fraktion hat in die letzte Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, der beinhaltete, dass sich die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Stadtelternbeirat und den Leitungen der Kitas stärker für Corona-Testungen in den Idsteiner Kindertagesstätten einsetzen solle. Mit Bedauern nahmen die Sozialdemokraten zur Kenntnis, dass ihr Antrag keine Mehrheit bekam und äußern ihr Unverständnis darüber.

„Die Argumente der Gegner unserer Initiative haben uns nicht wirklich überzeugt. Die ULI zitierte theoretische Einschätzungen, die mit der Praxis in den Einrichtungen nichts zu tun haben. Der Fraktionsvorsitzende der CDU hielt den Antrag salopp gar für „Quatsch“. Auf diese Art sollte man bei einem derart wichtigen Thema – immerhin geht es um die Gesundheit der Kita-Kinder – nicht umgehen, zumal dann nicht, wenn unser Antrag inhaltlich von führenden Experten und Politikern bundesweit geteilt wird“, kommentierte der SPD-Sozialexperte Sven Hölzel die Debatte.

Die SPD stellt fest, dass sich ihr Antrag im Einklang mit der Empfehlung des Expertenrates der Bundesregierung befände, für den bestmöglichen Schutz der Kinder weiter regelmäßig und verbindlich in Schulen, Kitas und außerschulischen Bildungseinrichtungen zu testen. Hinter dieser Empfehlung steht ebenfalls Bundesfamilienministerin Anne Spiegel. In vielen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Berlin oder Niedersachsen müssten Kita-Kinder getestet werden, nur Hessen verweigere sich einer Testpflicht. „Unseres Erachtens sollte die Politik alles in ihren Kräften stehende tun, um auch die jüngsten Kinder, für die es noch keine zugelassenen Impfstoffe gibt, bestmöglich zu schützen und das geht nun einmal gegenwärtig nur über verbindliches Testen“, so Hölzel.

„Wir wollen selbstverständlich nichts gegen den Willen unternehmen und daher hatte unser Antrag das Ziel, gemeinsam mit dem Stadtelternbeirat eine möglichst hohe Testquote zu erreichen. Sollte dies nicht durch Tests in den Kitas gelingen, was in anderen Kitas im Kreis praktiziert wird, wollten wir zumindest eine offensive Bewerbung der kostenlosen Lolli-Tests, die für die Eltern angeboten werden. Denn die Realität ist, dass es in manchen städtischen Kitas nicht einmal Aushänge mit dem Hinweis auf dieses Angebot gibt. Und das ist kein akzeptabler Zustand“, meint der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende.

Die Stadtverordnetenversammlung hat sich jedoch anders entschieden und so bleibt der SPD nur die Bitte und der Appell an alle Eltern, im Interesse der Gesundheit der Erzieherinnen, aller Kinder und deren Bezugspersonen, ihre Kinder vor dem Kita-Besuch regelmäßig zu testen. Jede Idsteiner Kita hat dafür kostenlose Schelltests erhalten, die sie an die Eltern ausgeben. „Die Corona-Situation in den Kitas ist momentan katastrophal. In nahezu jeder Einrichtung sind Beschäftigte erkrankt und Gruppen betroffen. Eltern haben den Druck, ob sie ihre Kinder in Kitas geben, in denen es fast täglich positive Fälle gibt, oder ob sie unter beruflichen Schwierigkeiten andere Betreuungsoptionen suchen. In dieser Situation darf die Politik die Familien nicht allein lassen“, so Hölzel abschließend.