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Idsteiner SPD-Fraktion bringt umfassende Initiative zur Situation des Stadtwalds ein

Donnerstag, 22. August 2019, Aktuelles

Idsteiner SPD-Fraktion bringt umfassende Initiative zur Situation des Stadtwalds ein

Die trockenen Sommer der Jahre 2018 und 2019 hätten den massiven Befall der Fichte mit Borkenkäfern begünstigt. Unter den Nadelhölzern sei zudem die Lärche befallen. Weil unter der sommerlichen Trockenheit auch Eichen, Buchen und andere Baumarten leiden würden, seien die Schädigungen der Waldökosysteme jedoch insgesamt sehr viel weitreichender. „Eine geordnete Forstbewirtschaftung ist zurzeit schwierig, da ein massiver Holzeinschlag zur Abwehr weiterer Schäden und aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht unerlässlich ist. Das großflächige Absterben der Fichte bis hin zum Verlust dieser Baumart in hiesigen Gefilden, wird in den nächsten Jahren zu sichtbaren Veränderungen des Landschaftsbildes führen“, meint Dr. Rainer Dambeck.

 

Beide Kommunalpolitiker stimmen unisono überein, dass vor dem Hintergrund der notwendig gewordenen Einschlagsmengen, die Nachhaltigkeitsziele derzeit nur schwerlich einzuhalten sind. „Die Märkte reagieren auf die Entwicklung mit einem starken Verfall der Holzpreise“, verdeutlicht Weiß die ökonomischen Konsequenzen. Letztlich seien deshalb erhebliche Einbußen im Wirtschaftsergebnis der Stadt Idstein zu befürchten, mit Auswirkungen für das laufende und das kommende Haushaltsjahr. Bislang, so der SPD-Fraktionschef, fehlen belastbare Zahlen zu den Schadanteilen der betroffenen Baumarten und den Schadenssummen. Spätestens zu den Haushaltsberatungen im Herbst werde ein solcher Überblick als Grundlage für zukünftige Planungen jedoch benötigt. „Aufgrund unserer kommunalpolitischen Verantwortung und mit Blick auf die vielfältige Bedeutung des Waldes sehen wir darin einen vordringlichen Bedarf“.

 

Daher hat die SPD-Fraktion für die kommende Sitzungsrunde einen entsprechenden Antrag eingebracht, der darauf abzielt, den Magistrat zu beauftragen, eine umfassende Schadensbilanz zu erstellen und gezielte Waldumbaumaßnahmen auf den Weg zu bringen, um die Wälder der Stadt Idstein für die Zukunft robuster gegenüber der sich abzeichnenden Häufung klimatischer Extreme zu gestalten. In dem Zusammenhang, ergänzt Dambeck, sei eine differenzierte Betrachtung erforderlich, die nicht nur der Frage nachgeht, welche Aufforstungen zielführend wären, den Kommunalwald an die geänderten Klimabedingungen anzupassen, sondern auch die Vor- und Nachteile einer natürlichen Verjüngung der Bestände (Sukzession) gegenüber gezielten Anpflanzungen auf den gerodeten Flächen einschließt. „Das Thema ist so komplex, dass es vermutlich keine allgemeingültige Universallösung gibt“, meint Dambeck. Zusätzlich zu einer umfassenderen Betrachtung sei es daher notwendig, aus den Erfahrungen der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen, damit die ökologische Vielfalt und Funktionalität der Wälder als natürliche Ressource auch zukünftig unter geänderten Klimabedingungen nachhaltig gesichert ist.